Es ist Herbst - die Haupt-Holzerntesaison beginnt

 

Der Großteil des Holzeinschlages wird traditionell im Herbst und Winter durchgeführt.

Früher hatte dies verschiedene Gründe: Im Winter war mit Bodenfrost zu rechnen, sodass auch auf nassen Flächen gearbeitet werden konnte - denn auch ein Rückepferd kann versinken. Zudem waren im Winter Arbeitskräfte aus der Landwirtschaft frei. Man hatte Zeit für den Holzeinschlag.

Diese praktischen Gründe für die Holzernte im Winter sorgten dafür, dass dem Winterholz spezielle, hohe Qualitätseigenschaften nachgesagt wurden (es sei beispielsweise frei von Saft). Viele dieser Eigenschaften wurden wissenschaftlich in den Bereich des Mythos eingeordnet.

Doch auch in Zeiten, in denen auf tiefen Bodenfrost kein Verlass ist und mithilfe von Unternehmern das ganze Jahr über Holz geschlagen werden kann, hat die winterliche Holzernte einige Vorteile:

  • "Die Bäume stehen nichtmehr im Saft" - so die Redensart. Zwar führen die Bäume durchaus Wasser, aber die Rinde ist nach Abschluss des jährlichen Wachstums stärker mit dem Stamm verbunden, als in der Vegetationszeit. Die Gefahr von Rindenschäden ist deutlich reduziert.
  • Das Risiko von Lagerschäden ist minimal: Holzentwertende Insekten haben Winterruhe und auch der Pilz, der für die Bläue am Kiefernholz verantwortlich ist, arbeitet bei Kälte deutlich langsamer.
  • Käferbäume sind erkennbar: Im Herbst vom Borkenkäfer frisch befallene Fichten verlieren nach dem ersten Frost häufig ihre Rinde.
  • Keine neue Borkenkäfergefahr: Der Schlagabraum kann bei kalter Witterung nicht von Buchdrucker oder Kupferstecher als Brutraum genutzt werden. Beim Aufarbeiten von Kronenmaterial besteht zunächst kein Zeitdruck.
  • Keine lästigen Plagegeister: Wie die Borkenkäfer, so haben auch Stechmücken im Winter Pause.

 

Also - wenn möglich:

Nutzen Sie die Zeit um den Jahreswechsel für Ihren Holzeinschlag!

Aktuelle Lage November/Dezember 2017

 

Frischholzeinschlag kommt zum Erliegen

 

In Teilen Bayerns wird der Holzmarkt von Käfer- und Sturmholz geprägt. Die oftmals nur regional anfallenden Kalamitätsmengen umfassen nur einen Bruchteil des bayerischen Gesamteinschlags. Dennoch versucht die Holzindustrie aus der Situation die Holzpreise in ganz Bayern zu drücken.

Die anhaltend gute Entwicklung im Bauhauptgewerbe wirkt sich positiv auf die Geschäftslage im Holzgewerbe aus. Insbesondere die Nadelholzsäger profitieren von der guten Stimmung beim Bau. Ein Großteil der Säger rechnet nach Erhebung des ifo-Institutes (Geschäftsklimaindex) mit steigenden Schnittholzpreisen.

Derzeit ist die Versorgungslage der Abnehmer in Bayern, aber auch in angrenzenden Regionen mit Nadelrundholz sehr gut. Nach dem Gewittersturm „Kolle“, der insbesondere in den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau zu größeren Schäden geführt hat, haben einzelne Abnehmer die Rundholzpreise auch außerhalb der Schadregion erneut gedrückt.

Um den Holzmarkt nicht zu belasten ist der reguläre Nadelfrischholzeinschlag zunehmend zum Erliegen gekommen. Die Bayerischen Staatsforsten haben ihren Nadelfrischholzeinschlag nahezu vollständig gestoppt und auch der Privat- und Kommunalwald hält sich zunehmend mit regulären Frischholzeinschlägen zurück.

Der Gewittersturm „Kolle“ hat in Niederbayern einen Schaden von 2,5 Millionen Festmetern verursacht, wobei aber aufgrund des hohen Bruchholzanteils nur eine geringere Menge für den Markt verfügbar ist.

Nachfrage nach frischen Fichtenrundholz steigt.

 

Von der anhaltend guten Konjunktur im Baugewerbe profitiert auch die Holzindustrie. Die allgemeine Geschäftslage wird von den meisten Unternehmen als befriedigend eingeschätzt. Schwierig ist weiterhin die Situation bei den Sägenebenprodukten. Nachdem es im Oktober in einigen Regionen zum Ausflug einer dritten Käfergeneration gekommen ist, ist derzeit der Anfall an Käferholz sehr überschaubar. Dennoch ist weiterhin Achtsamkeit geboten. Käferbäume sollten unverzüglich aufgearbeitet und aus den Beständen entfernt werden. Derzeit ist die Einschlagstätigkeit im Privatwald verhalten. Insbesondere der kleinere Privatwald hält sich mit Frischholzeinschlägen zurück. Frisches Fichtenholz wird derzeit jedoch gut nachgefragt. Die Übernahme und Abfuhr in Werk erfolgt zügig.